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"Wort zum Sonntag"
Von Traugott Stein
„Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes-Evangelium, Kapitel 1, Vers 16), schreibt Johannes über einen, der nach außen hin sehr wenig zu bieten hatte. An Reichtümern gab es in der Gefolgschaft Jesu nichts zu holen und mit Ansehen und Wertschätzung in der Öffentlichkeit war es auch nicht weit her. Diejenigen, die allerdings Jesus in die Schlichtheit und in die Konzentration auf das Wesentliche gefolgt sind, haben für sich einen besonderen Reichtum gefunden. Gnade, Trost, Erlösung, Umkehr, Befreiung – das sind möglicherweise ungebräuchliche Worte. Aber genau das hat Jesus bei den meisten Menschen ausgelöst, die zu ihm kamen bzw. zu denen er hinging. Wer diese Worte aber ganz persönlich auf sich bezieht, der spürt die tiefe Sehnsucht nach dieser verändernden Kraft Jesu. Die Passions- und Fastenzeit will uns Anlass geben, genau zu überdenken, was in unserem Leben wichtig ist. Nicht Verzicht um des Verzichts willen. Sondern in dieser besonderen Zeit die Chance dazu nutzen, etwas mal neben liegen zu lassen, was nicht wirklich hilft, Leben in seiner Fülle zu finden. Auch wenn die Fastenzeit bereits begonnen hat, es müssen ja nicht gleich „sieben Wochen ohne“ sein. Vielleicht ist ja auch da weniger mehr. Fülle, die Gott uns schenken will, finden wir leichter, wenn wir weniger zulassen.
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