Neue soziale Aufgaben für die Kirche 

Synode beschloss Haushalt 2012

Gießen. Finanzfragen standen bei der Tagung der Synode des Evangelischen Dekanats Gießen am Freitag, 9. Dezember, im Mittelpunkt. Die gewählten Vertreter der 29 Gemeinden in und um Gießen sowie kirchlicher Einrichtungen verabschiedeten den Dekanats-Haushalt 2012 mit einem Umfang von rund 2,6 Millionen Euro.

 


Pfarrerin Bettina Friehmelt  (Luksagemeinde) ist von der Synode in den Dekanatsvorstand gewählt worden

Außerdem beschlossen die rund 80 Gemeindevertreter während der Tagung in der Thomasgemeinde  einen eigenen Haushalt für die Evangelischen Kindertageseinrichtungen in Höhe von 10 Millionen Euro.  Die Einnahmen kommen aus  kommunalen Zuschüssen, Mitteln des Landes Hessen, Elternbeiträgen sowie Kirchensteuern.

Am 1. Januar übernimmt das Dekanat die Trägerschaft für 20 Kitas und Familienzentren, um die Gemeinden von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und die Qualifizierung der Arbeit zu steuern. Damit werde deutlich, so Dekan Frank-Tilo Becher, dass „Betreuung und Erziehung von Kindern eines der wichtigen kirchlichen Handlungsfelder“ sind.
Thomas Dörr, künftiger Geschäftsführer im Bereich Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Dekanat, unterstrich, dass mittlerweile 1.600 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis 14 Jahren in evangelischen Einrichtungen betreut werden.

Der Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands, Gerhard Schulze-Velmede, stellte den Dekanatshaushalt vor, in dem vor allem Personalkosten zu Buche schlagen. Das Dekanat trägt  im Auftrag der Gemeinden und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Verantwortung für Jugend- und Sozialarbeit, Kirchenmusik, Öffentlichkeitsarbeit sowie Krankenhaus- und Behindertenseelsorge.

Schulze-Velmede wies darauf hin, dass der Umfang des Haushalts um rund eine halbe Million auf insgesamt 2,6 Euro angewachsen sei, weil die evangelische Kirche in Gießen neue soziale und gesellschaftliche Aufgaben übernommen habe. Dafür erhielte sie öffentliche Mittel und verwende keine zusätzlichen Kirchensteuermittel. Beispielsweise trägt das Dekanat die Verantwortung für so genannte vom Bund finanzierte Bürgerarbeitsplätze in der Jugendwerkstatt, um schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive in ihrem Alltag zu geben. Von einer neuen Mitarbeiterin wird die konzeptionelle Entwicklung der kirchlichen Familienzentren in Gießen koordiniert. Außerdem wird mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein neues Modell für die Begegnung von  Alt und Jung geplant. 

Die Synode wählte die Pfarrerin der Lukasgemeinde, Bettina Friehmelt, in den Synodalvorstand. Sie ist Nachfolgerin von Pfarrer Kornelius Büttner, der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war.