„Chance für Stadtentwicklung“

Dekan begrüßt Landesgartenschau

Gießen (eöa). Der Evangelische Dekan Frank-Tilo Becher begrüßt die geplante Landesgartenschau und unterstützt die damit verbundenen Vorhaben als Chance für die Stadtentwicklung. An dieser positiven Grundhaltung habe auch die aktuelle Debatte um die Finanzen der Stadt Gießen und die Diskussion um die Gestaltung der Wieseckaue nichts verändert, so Becher in einer Stellungnahme am Freitag, 13. Januar. Notwendige Investitionen in die Gießener Schulen und die Landesgartenschau beispielsweise sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.  Unter Gemeindemitgliedern und Pfarrern gebe es selbstverständlich unterschiedliche Positionen zu Aspekten der Landesgartenschau. Daraus sei aber keine grundsätzliche Debatte erwachsen, so Becher.

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Die gegenwärtige Diskussion in der Gießener Öffentlichkeit nannte Becher ein „gutes Zeichen demokratischer Kultur“.  Eine Gießener Bürgerinitiative bemüht sich derzeit, rund 3000 Unterschriften für die Einleitung eines Bürgerbegehrens zu sammeln. Mit dem Bürgerbegehren sollen Baumfällungen zur Vorbereitung der Gartenschau aber auch die Aufnahme von Schulden zur Finanzierung verhindert werden. 

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Die Evangelische Kirche bereitet sich in doppelter Weise auf die Landesgartenschau vor. Wie zuvor in Bingen und Bad Nauheim werden die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) auf dem offiziellen Landesgartenschaugelände in Gießen, 2014 voraussichtlich gemeinsam mit der Katholischen Kirche, die Besucher empfangen sowie zu Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen einladen. In der Gießener Innenstadt will das Evangelische Dekanat gemeinsam mit dem Katholischen Dekanat auf dem Kirchenplatz während der Landesgartenschau einen Treffpunkt anbieten und ein Programm rund um die Themen „Lebenswerte Stadt und Schöpfungsverantwortung“ präsentieren. Dafür wird der Ökumenische Kirchenladen die Verantwortung übernehmen.

Mit der heutigen Kenntnis von der aktuellen Finanzlage der Stadt sei die erfolgreiche Bewerbung um die Landesgartenschau sicher kritischer zu bewerten, als dies vor fünf Jahren möglich war, so der Dekan. Als ehemaliger Pfarrer aus der sozial  herausgeforderten Nordstadt begrüße er aber das Festhalten der Stadt an der Idee einer neuen Lahnbrücke trotz der Finanzprobleme als „mutig und richtig“.  Mit dem  Konzept der Korridore, mit dem das isolierte Bezahlgelände  in die Stadt integriert wird,  hat Gießen einen Akzent gesetzt, der sich deutlich von anderen Gartenschauen unterscheide.

Die an der Gemeinwesenentwicklung orientierte Planung für die Landesgartenschau in Gießen hat Becher von Anbeginn unterstützt. Das Evangelische Dekanat Gießen sei bereits der ersten Einladung von Bügermeisterin Weigel-Greilich an Bürgerinitiativen, Anwohner und gesellschaftliche Gruppen gefolgt.  Stadtkirchenpfarrer Klaus Weißgerber und der Öffentlichkeitsbeauftragte Matthias Hartmann beteiligten sich seit mehr als drei Jahren am Diskussionsprozess.  Auch der Evangelische Dekanatssynodalvorstand Gießen (DSV) steht hinter dem geplanten kirchlichen Engagement bei der Landesgartenschau.  Stadtkirchenpfarrer Klaus Weißgerber soll, so der DSV,  die Landesgartenschau bis 2014 zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen.